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Aussenohranatomie 
Benutzung
des Otoskops
Die Aussenohrprüfung gibt Aufschluß
über:
- die Größe des Abdrucks
- Länge, Richtung und Durchmesser
des Ohrkanals
- Oberfläche und Konturen des
Aussenohres
und des Gehörgangs
- besondere Probleme wie Cerumen,
Verbreiterung,
Trauma, Krankheiten, Trommelfellperforationen,
Operationskavernen
Bei dem Gebrauch von Otoskop und
Lichtstab ist auf die richtige
Abstützung der benutzten Instrumente zu achten, damit
bei einer
Bewegung des Kopfes keine Verletzungen entstehen können.
Um den Gehörgang geradezuziehen ist
empfohlen, erwachsene
Ohren nach oben und Kinderohren nach unten zu ziehen.

Mögliche
Otoskopbefunde
Atresie oder Stenose
- teilweiser oder vollständiger
Verschluß des Ohrkanals
- Rücksprache mit dem HNO Arzt
Cerumenbefall
- Cerumen in trockener oder feuchter
Form
(gelb, braun oder rötlich)
- bei größerem Befall
Konsultierung des HNO Arztes
Ohrausfluß
- Ohrausfluß ist ein Alarmzeichen
für den Hörgeräteakustiker
- HNO Konsultation
krankhafter Knochenwuchs
Entzündungen
- Eine bakterien oder Pilzinfektion
macht das Ohr
rot und empfindlich
- HNO Konsultation
Operationskaverne
- Extreme Vorsicht nötig,
Ohrtamponierung durch HNO Arzt
- HNO Konsultation
Fremdobjekte
- Insekten, Wolle etc
- HNO Konsultation
Trommelfellkomplikationen
- Trommelfellauswölbung,
Trommelfelleinwölbung
oder Trommelfellperforation
- HNO Konsultation
Abnahme
von Abdrücke
Information des Kunden
Ein wichtiger Teil der Abdrucknahme ist
die Information
des Kunden. Erklären Sie immer Ihrem Kunden die
Vorgehensweise, da Menschen das Unbekannte fürchten.
Eine gute Erklärung entspannt den Patienten. Erklären
Sie
dem Patienten auch, daß die Abdrucknahme ungefähr
10 Minuten beansprucht.
Ein schlechter Abdruck oder ein schlechtes
Abdruckmaterial wird Probleme verursachen.
Vorbereitung
Bereiten Sie erst Material und Werkzeug
vor, waschen
sie Ihre Hände. Prüfen Sie den Gehörgangskanal mit
dem Otoskop. Entfernen Sie Haare im Gehörgang,
wenn nötig.
Die Gehörgangstamponade muß gut nach dem zweiten
Knick plaziert werden.
Die Tamponade hat vor allem folgende Funktionen:
- Es schützt das Trommelfell und
begrenzt den Abruck.
- Es dient als Sicherheit, daß das
Material nicht das
Mittelohr erreicht.
- Es sorgt dafür, daß der ganze
Kanal durch den Abdruck
abgebildet werden kann.
Achtung:
Passen Sie auf, daß der ganze
Gehörgangsdurchmesser
geschützt ist. Ein zu kleiner Tampon bewirkt, daß
Abdruck-
material das Trommelfell erreicht.
Tampons gibt es aus Plastik oder Watte, beides ist
zufrieden-
stellend, wenn eine ausreichende Größe verwendet wird.
Sobald das Tampon plaziert ist, können Sie das
Abdruckmaterial
mischen.
Achung für spezielle Fälle:
Bei
Operationskavernen muß die Tamponade durch
den HNO Arzt gelegt werden.

Abdrucktechnik
durch Spritze
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Führen Sie das gemischte
Material
in die Spritze ein. |
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Achten Sie stets darauf, daß
keine
Luftblasen entstehen. |
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Führen Sie die Spritzenspitze
in das
Ohr in die Nähe des Tampons und
fangen Sie an zu spritzen.
Sobald das Abdruckmaterial sichtbar wird,
ziehen Sie die Spritze langsam aus dem Ohr
heraus, mit der selben Geschwindigkeit, wie
das Abdruckmaterial das Ohr ausfüllt. |
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Achten Sie dabei darauf, daß
das Spritzen-
ende im Abdruckmaterial bleibt.Füllen Sie
zuerst die Helix,die Concha und dann
den Tragus aus. Die ganze Prozedur
sollte in 30 Sekunden erledigt sein. |
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Sobald der Abdruck fertig ist,
drücken Sie
sanft den Abdruck mit dem Finger im Bereich
der Concha und der Helix. Achten Sie darauf,
daß Sie nicht zu hart drücken, da dies den
Abdruck verzerren kann. |
Abdruckkritik
Otoplastiklabors können nicht genug
betonen, wie wichtig ein guter
Abdruck für die Ohrstückherstellung ist. Vor der
Einsendung in ein
Labor sollte der Akustiker folgende Punkte beachten:
- Ist der Abdruck einheitlich und
vollständig
- Ist der Gehörgangskanal lang
genug,
um den zweiten Knick darzustellen.
- Ist der Helix klar dargestellt.
- Ist das Abdruckmaterial ölig
- Ist der Tragus klar dargestellt.
- Ist die Concha vollständig
- Sind irgendwo Unebenheiten
- Sind die Ecken rund
Besondere Aufmerksamkeit sollte der
Länge und dem Durchmesser
des Gehörgangskanals gewidmet werden:
- Für leichte Hörverluste kann der
Kanal kurz sein, bis zum ersten Knick.
- Für mittlere Hörverluste sollte
der Kanal über den ersten Knick hinausgehen.
- Für schwerere Hörverluste sollte
der Kanal lang genug sein
und über den zweiten Knick hinausgehen.
Denken Sie daran, daß ein zu langer
Kanal für das Labor kein Problem ist,
wohl aber ein zu kurzer Abdruck.
Für den akustischen Sitz des Ohrstückes reicht die
Abbildung bis kurz
nach der Concha aus. Für den Tragekomfort sollte das
Ohrstück so kurz
wie möglich sein.

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